Samstag, 15. Juli 2017

 

Nach der verspäteten Anreise am Freitagabend starteten wir die diesjährige Jugendbegegnung mit strahlendem Sonnenschein im Marienhaus in Timişoara.

 

Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde erzählte uns Eduard etwas über den Kolpingverband Rumänien, in dem der Ursprungsgedanke des Gesellenvereins deutlich wurde.

 

Auch in diesem Jahr arbeiten wir während der Begegnung in einem Workcamp in Kooperation mit dem Gesellenverband aus Sibiu. Der Arbeitseinsatz wird von sieben Gesellen begleitet. Diese gaben uns heute einen Einblick in das Gesellenleben. Beeindruckend daran ist die Lebensweise der Gesellen. Sie ziehen von Ort zu Ort für mindestens 3 Jahre und EINEN Tag!

 

Am Nachmittag wurde die Stadt Timişoara erkundet. Neben dem Domplatz, dem Opernhaus und der alten Stadtmauern wurden beim gemeinsamen Besuch eines Cafés Gedanken ausgetauscht.

 

Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem ersten Besuch auf der Baustelle. Es sieht nach viel Arbeit aus! Bastian unser Gärtner, hat bereits Bestellungen aufgegeben, Josefin die ersten Steine bearbeitet und der Rest schleppte Gerüstteile. Am Montag geht es dann los. Wir sind gespannt.

 

Nach dem gemeinsamen Essen verbringen wir den Abend bei Lagerfeuer und (hoffentlich) netten Gesprächen.

 

 

Sonntag,16. Juli 2017

 

Der Morgen begann mit dem gemeinsamen Frühstück, nach dem der vorige  Abend am Lagerfeuer endete, und an dem manche Jugendliche fast verschlafen haben.

 

Unsere Weisheit des Morgens: wenn du morgens in der Küche stehst und nicht weiß, ob die Eier gekocht oder roh sind, musst du sie nur drehen. Wenn sie gleichrund laufen, sind sie gekocht. Wenn sie eiern oder sich nicht drehen sind sie roh. Und wenn du dir nicht sicher bist, kannst du doch eins aufmachen.

 

Nach dem Frühstück fuhren wir gemeinsam zur Milleniumkirche, eine wunderschöne Kirche, welche auch größer ist als der Dom von Timişoara. Wir nahmen am Sonntagsgottesdienst teil und durften diesen auch mitgestallten, mit Banner und der Lesung in deutscher Sprache.

 

Den Nachmittag verbrachten wir im Beachclub NO NAME. Schwimmen, die Füße in den Sand strecken, die Liegen im Ganzen ausnutzen und die Sonne genießen. Beim Mittagessen entbrannte eine Diskussion über die Definitionen von Flexitarier oder Vegetarier. Julia beschloss, dass Uwe Flexitarier ist – morgens ist er Käse, mittags gibt es Schnitzel. Der Nachmittag war entspannt und zur Erholung aller gedacht; bevor wir morgen ins Workcamp starten.

 

Nach dem Abendessen lernten wir uns noch besser kennen durch Spiele und wie gestern schon klingt der Abend beim Lagerfeuer und in der Gemeinschaft aus. Wir deutschen Teilnehmer fühlen uns gut in Rumänien aufgehoben. 

 

 

Montag 17.07.2017

 

Der Morgen begann dieses Mal ein wenig früher, da es heute zum ersten Mal auf die gemeinsame Baustelle ging. Nach dem Morgengebet mit dem Präses der Kolpingfamilien von Rumänien, der gestern Abend spät zu uns gestoßen ist, hatten wir wie immer ein leckeres Frühstück, welches Uwe und Cornelio wie immer vorbereitet haben.

 

Nachdem wir uns ausreichend gestärkt hatten, ging es um 8 Uhr los. Auf der Baustelle wurden wir bereits erwartet. Die Gesellen teilten unsere Gruppen mit verschiedenen Aufgaben ein.

 

Ein Teil war zuständig für die Ziegel, die bereits auf einem großen Haufen lagen. Diese mussten sortiert und abtransportiert werden zur nächsten Station. Hier wurden sie von dem restlichen Mörtel und Dreck befreit. Mancher murrte, dass man sich ja vorkomme wie in einem „Strafgefangenenlager“ J

 

Das Dach wurde von den Gesellen abgedeckt, da es für uns zu gefährlich war. Die Ziegel wurden von uns abtransportiert und gestapelt. Die Balken von dem Dachstuhl werden mühselig von verbleibenden Nägel befreit, zurechtgeschnitten und als Baumaterial für einen Schuppen verwendet, welcher ebenfalls unter Aufsicht unseres Garten- und Landschaftsmeister fachmännisch eingemessen wurde. Den Schuppen verwenden die Gesellen zukünftig, um Material zu lagern für ihr neues Domizil, welches sie nach und nach auf dem Gelände errichten werden.

 

Wir hatten einen sehr angenehmen, aber auch anstrengenden Tag. Die Sonne brannte die ganze Zeit vom Himmel, so dass jede Pause willkommen war. Wir wurden mittags wie abends ausreichend und lecker bekocht.

 

Die Arbeit und das gemeinsame Essen sorgten dafür, dass die Gruppe sich sehr gut amüsierte sowie neue Bekanntschaften geschlossen und alte gefestigt wurden.

 

Nach einem langen Tag sehnen wir uns alle nach einer Dusche und sauberen Klamotten.

 

 

Dienstag 18.07.17

 

Wie jeden Morgen begann auch dieser mit einem Morgenimpuls um 7.15 Uhr.

 

Leider war David nicht mehr dabei, da er uns um 5:00 schon verlassen musste, um Ungarn für die EM zu Qualifizieren. ;-)

 

Nach dem Frühstück haben 4 aus dem deutschen Team den Abwasch erledigt, während der Rest schon vorgefahren ist, um mit den Bauarbeiten weiterzumachen. Bevor sie allerdings zur Baustelle sind, dachten die Rumänen es sei eine nette Idee sich nochmal die Stadt und schon mal unsere neue Unterkunft anzuschauen. So kam es zu verwirrten Blicken, als die Spülgruppe entgegen aller Erwartungen die Ersten auf der Baustelle waren.

 

Nach kurzem Schnickschnack legten wir dann schon mal los mit den Bauarbeiten, der Rest ließ aber auch nicht lange auf sich warten.

 

Mit genügend Pausen zur Stärkung, gefühlten 126°C und reichlich Wasser sind wir heute sehr gut weitergekommen. Zwei von uns haben mit den Gesellen an der Hütte weitergezimmert, einer von uns hat sich ein paar Rumänen geschnappt, um den Kampf gegen die Fünf-Meter Hecke anzugehen und einige haben sich um den Dachboden gekümmert und ihn gereinigt. Dabei sind wieder einige Schätze aufgetaucht, wie Tonaufnahmen oder ein schicker Designerhut in klassischem schwarz mit Blümchen. Der Rest hat sich um die Alcatraz-Aufgabe, dem Steine abklopfen, gekümmert. Passend dazu gab es heute Mittag Bohnen mit Speck, und für die Vegan-Vegetarische-Fraktion Bohnen ohne Speck, Transkonterminationen waren allerdings nicht auszuschließen.

 

 Pünktlich um 20:00 zuzüglich dem akademischen Viertel, schließlich sind wir jetzt in einem Studentenwohnheim untergebracht, haben wir die Baustelle verlassen, um unsere neue Unterkunft auch von Innen zu betrachten. Zugegeben, das Duschen in den Gemeinschaftsduschen gestaltet sich etwas schwierig, da keine Ablage für die trockenen Sachen vorhanden ist, aber diese Hürde haben wir auch gemeistert. Schließlich sind wir ja Flexitarier … ehm … flexibel. Nur die Sache mit dem Klopapier ist etwas kompliziert….auf den Toiletten gibt es keins, also müssen 8 Rollen auf Pi mal Daumen 11 Zimmer aufgeteilt werden.

 

 

Mittwoch 19.07.17

 

Um 7:15 Uhr haben wir uns in dem Studentenwohnheim getroffen. Dann sind wir zusammen zur Baustelle gefahren und haben zusammen mit den Gesellen gefrühstückt. Heute hatten wir leider kein Morgengebet. Nach dem Frühstück haben wir in Kleingruppen an unserer Arbeit der Vortage weitergemacht.  An unserem letzten Arbeitstag wollten standen Aufräumarbeiten im Mittelpunkt. So haben wir in einer langen Reihe Steine von A nach B gegeben und als Wand aufgestapelt. Um 13:00 Uhr haben wir Mittagspause gemacht, heute gab es Polenta mit Gulasch. Wie immer hatten unsere zwei Köche sehr gut gekocht. Nach dem Essen waren viele von uns so müde, dass sie einen kurzen Mittagsschlaf auf dem Tisch machten. Um uns wieder aufzuwecken hat ein Geselle uns, zu unserem Leidwesen, mit dem Wasserschlauch bespritzt. Am Nachmittag transportierten wir Ziegel in einer langen Schlange. Corneliu und Uwe machten zur Freude aller eine Modeschau mit Klamotten, die unter dem ganzen Schutt im Haus auftauchten. Abends befreiten wir die Bretter von den Nägeln, so dass sie für die Außenwände der Hütte wiederverwendet werden konnten. Als Abschlussessen bekamen wir Schnitzel mit Kartoffelbrei. Nach drei Tagen bekocht werden, dankten wir dem Koch und der Köchin mit einem Lied. Am Abend mussten wir uns auch von einem Gesellen verabschieden. Als Dankeschön für den Arbeitseinsatz und zur Vorbereitung der morgigen Vorstellung unserer Aktion in der Stadt bekam jeder von uns ein Kolping T-Shirt geschenkt. Nach dem Abendessen war die Hütte soweit, dass „unser“ Dachdecker loslegen konnte. Wir bildeten ein letztes Mal eine lange Schlange und die Ziegel flogen aufs Dach. Es war ein schöner und auch anstrengender Tag, das gemeinsame Arbeiten hat sehr viel Spaß gemacht. Wir freuen uns auf die nächsten Tage.